GRUNDKURS der Klauenpflege

in Tirol

Ende November wurde in St. Johann in Tirol über die Bildungsoffensive Almwirtschaft ein 2-tägiger Grundkurs zur Klauenpflege veranstaltet. Die Trainer Robert Pesenhofer und Georg Lackner haben den 20 Teilnehmern dabei die Grundlagen der funktionellen Klauenpflege vermittelt.

Rinderklauen sind so konzipiert, dass sie sich von Natur aus abnutzen. Durch die Stallhaltung sind wir allerdings gefordert entsprechende Pflegemaßnahmen vorzunehmen. Ausschlaggebend für ein erfolgreiches Klauenmanagement ist die Tierbeobachtung, um möglichst frühzeitig auf Probleme reagieren zu können. Neben der regelmäßigen Klauenpflege tragen auch Fütterung und Bodenbeschaffenheit zur Klauengesundheit bei.

 

Umgang mit KlauenproblemenBei Feststellung eines Defekts sollte das betroffene Tier möglichst zeitnah behandelt werden. Die Grundlagen der funktionellen Klauenpflege bieten einen guten Ansatz, müssen aber immer auf den Betrieb und das Einzeltier abgestimmt werden – Laufstallkühe haben meist kleinere Klauen und eine schwere Kuh geht sich mit größerer Sohlendicke leichter. Lahmt eine Kuh auf dem Hinterbein, ist häufig die Außenklaue betroffen. Durch das richtige Schneiden kann die defekte Klaue entlastet und das Gewicht auf die gesunden Klauen verteilt werden. Dabei darf man die

Lederhaut nicht verletzen.

 

Weniger ist mehr

Ein guter Klauenpfleger hört zum richtigen Zeitpunkt mit dem Schneiden auf. Man tendiert generell dazu beim Klauenschneiden zu viel wegzunehmen. Da die Fläche auf der die Kuh steht verhältnismäßig klein ist, ist die Belastbarkeit der Klauen umso wichtiger. Auch beim Anlegen von Verbänden sollte man sparsam vorgehen. Müssen Milchkühe auf der Alm weite Strecken zurücklegen, dann bietet sich ein gepolsterter Verband an. Gilt es aber Infektionen zu vermeiden, sollte man grundsätzlich darauf verzichten. Denn unter Luftabschluss entwickeln sich Infektionen schneller.

 

Aufzeichnungen unterstützen im Management

Mittels Aufzeichnungen kann ein effizientes Klauenmanagement umgesetzt werden. Erst die Daten aus dem eigenen Betrieb zeigen Probleme und Schwachstellen auf. Dadurch kann man auf Ursachen schließen und Änderungen vornehmen. Oft sind Kleinigkeiten, wie zum Beispiel das Sichtbarmachen von Absätzen, schon erfolgsbringend.

 

Weitere Kurse sind in der LLA Weitau / St. Johann in Tirol geplant:

Grundlagen der Klauenpflege, 2-tägig im Februar 2020

2-tägiger Aufbaukurs im Herbst 2020

 

Filzer Marie-Theres

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